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Binäre Schrift

Binäre Schrift ohne Tastatur

Die bisherigen Schriften erschienen im Aufbau eher unlogisch und benötigten eine Tastatur für die Eingabe. Hier wird eine neue lautgetreue Schrift mit 36 phonetischen Buchstaben vorgestellt, die 16 * 1024 * 1024 Informationen in einem Zeichen darstellen kann. Einige von ihnen können ganze Wörter repräsentieren. Es handelt sich im Folgenden um Vorschläge, von denen natürlich abgewichen werden kann. Deswegen wird wenig konkretisiert, da es um die Idee geht.

Die Buchstaben des Grundsystems bestehen aus zwölf Bits, von denen vier für die Vokale im mittleren Teil stehen, vier für die hierarchischen Konsonanten im linken Teil und vier für die grammatischen Konsonanten im rechten Teil. Die Bits auf einem Kreis angeordnet (oben, unten, links, rechts) und die Kreise stehen nebeneinander. Die Bits können auch anders angeordnet werden.

Wenn einer oder zwei der drei Teile leer bleiben, wird in einer verdichteten Darstellung zur Kennzeichnung des jeweils fehlenden Teils ein Punkt oben neben oder über den verbleibenden Teil gesetzt, sodass man erkennen kann, welche Teile fehlen. Eingegeben werden jedoch lediglich die zu setzenden Bits. Den Punkten sind keine Laute zugeordnet. All dies kann von einem Programm gesteuert werden.

Jedes Bit ist einem Finger bzw. dem Handballen zugeordnet. Diese Zuordnung kann frei gewählt werden, sollte aber standardisiert sein. So können Daumen und Zeigefinger für die Vokale verwendet werden, die restlichen Finger und der Handballen für die Konsonanten. Wird ein Finger oder der Handballen auf die Tischplatte abgesenkt, so wird das zugehörige Bit gesetzt.

Im Grundsystem lassen sich 16 Silben darstellen. Zu den Vokalen gehören a (entspricht der 4, rechts), e (1, links), i, o (2, oben) und u (unten), die Umlaute ä (5), ö (3), ü und ao (6 wie in Englisch law) und die Zwielaute ai, au, ei, oi, ui (7) und ou (wie in Englisch low), weil diese häufig vorkommen. Das i besteht aus einem Vollkreis, für die Zwielaute mit i wird das Bit des zugehörigen Zwielauts weggelassen. Der 0 entspricht y, das ohne Öffnen der Lippen gesprochen wird (wie hm ohne m).

Die (grammatischen) Konsonanten im Anlaut sind k (1, Substantive, Personalpronomen), p (2, Adverbien, Präpositionen), l (3, Plural), w (4, Akkusativ wie ch in Teich), t (5, Adjektive), f (6, Verben), s (7, Akkusativ Plural) und c (0, Bindungen wie Sch in Schuh). Der Auslaut ist der gleiche und der eigentlich grammatische Konsonant. Das vierte Bit wird durch m dargestellt, das im Anlaut nach und im Auslaut vor den Konsonanten folgt.

Die mit zwölf Bits nicht darstellbaren Laute werden mit weiteren vier Bits innerhalb der Kreise dargestellt (waagerecht, senkrecht und zwei Diagonalen). Die Konsonanten lauten g (1), b (2), r (3), x (4 wie ch in Buch), d (5), v (6), z (7) und j (0 wie J in Journal). Sie entsprechen in der Reihenfolge dem Grundsystem. Das vierte Bit ist n, das im Anlaut nach und im Auslaut vor den Konsonanten folgt. So haben wir wieder zwölf Bits, zu denen umgeschaltet wird, indem alle zehn Finger bzw. die Handballen auf die Tischplatte abgesenkt werden.

Sollten die Bits nicht ausreichen, können weitere ergänzt werden. Sie können mit den Füßen oder Ellenbogen oder Knien "geschrieben" werden. Ersatzkonsonanten sind h (wie th in Englisch thin) und q (wie th in Englisch the). Bitkombinationen mit m oder n können auch als andere Laute gesprochen werden: z. B. xn wie das bisherige h, dn wie Englisch th usf.

Wenn es der Menschheit gelingen sollte, die Gedanken im Gehirn - sei es mit zusätzlicher Technik - hierfür nutzen zu können, entfällt dies. Dann werden weniger Zeichen als vollständige Bilder gedacht und diese in Zeichen umgesetzt. Da ganze Wörter mit einem Schlag geschrieben werden können, ist ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs zu erwarten. Allerdings kann der komplette Zeichenvorrat nicht voll ausgeschöpft werden, da wegen der Verwechslungsgefahr genügend Lücken bleiben müssen (dünne Besetzung).

Die Umsetzung für Blinde ist ebenfalls einfach. Zusätzlich Taubstumme können mit den Händen (und Fingerkuppen) kommunizieren. Da man mit der Tastatur wesentlich schneller ist, solange dem Menschen die Parallelverarbeitung zu schwer fällt, soll die Konzentration im Folgenden wieder auf die Tastatur und die Anlehnung an die Lautschrift (ein Zeichen - ein Laut) gelenkt werden. Die herkömmlichen Zeichen sind anschaulicher als die Bitkombinationen und damit leichter einprägsam (Wahrung der Geschichte).

Die "Tastatur" könnte aus einem "Datenhandschuh" bestehen, der die korrekte "Taste" aus der relativen Bewegung der Finger bestimmt. So könnten wesentlich mehr "Tasten" abgebildet werden. Ferner könnten die "Tasten" neu angeordnet werden, indem die Häufigkeit der Zeichen bzw. Buchstaben berücksichtigt wird. Solange es noch keine einheitliche Sprache gibt, sind hier anpassbare Länderversionen sinnvoll. Die "Tastatur" kann durch dreidimensionale Holographie oder zweidimensionales Laserlicht vorgegeben werden.

© 2006-2008 by Boris Haase


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