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Plansprache Lango

Plansprache Lango

Es werden nur Großbuchstaben geschrieben. Adjektiven wird der Vokal a in den Wortstamm eingehängt, Adverbien der Vokal e und Präpositionen der Vokal u. Personalpronomen haben den Vokal von Substantiven (o im Singular, i im Plural). Letztere haben kein Geschlecht (auch bei Berufen wird darauf verzichtet). Artikel entfallen. Es gibt keine Kasus (Subjekt-Prädikat-Objekt-Regel). Um das Objekt voranstellen zu können, wird im Bedarfsfall diesem eine eigene Präposition vorangestellt. Steigerungen aller Wörter werden im Positiven den Zahlen 1 bis 3, im Negativen den Zahlen 7 bis 5 (vgl. oktale Uhr) zugeordnet.

Verben bestehen aus dem Wortstamm und eingehängter Zeit. Es gibt eine Frage-, eine Konjunktiv- und eine Passivpartikel. Die Zeiten werden wie folgt gebildet: Präsens (Umlaut aj), Imperativ (im Satz vorangestelltes Präsens), Futur I (uj), Futur II (Abgeschlossenheitspartikel und Futur I), Plusquamperfekt (Abgeschlossenheitspartikel und Präteritum), Präteritum (oj) und Perfekt (Abgeschlossenheitspartikel und Präsens). Die Richtungen werden auch von der oktalen Uhr abgelesen und den Zahlen zugeordnet. Die Modalverben werden dem Verb sein und den Zahlen wie folgt zugeordnet: Neutral 0, können 1, dürfen 2, mögen 3, wollen 4, sollen 5, notwendig sein 6 und müssen 7.

Die Wörter werden nach den bisherigen Sprachen gemäß folgender Regeln gebildet:
1. Vorrang haben die Wortbildungen mit den meisten Sprechern,
2. die am meisten verwendeten Wörter sind am kürzesten - hierzu sind für jedes Wort Maximallängen festzulegen, deren Überschreiten beim Wahlverfahren zur Suche nach Alternativen führt,
3. es ist auf ausreichend viele Lücken (auch für künftige Wörter) zu achten: wenn die Wörter zu ähnlich sind, wird bei Überschreiten der festgelegten Anzahl ebenfalls nach Alternativen gesucht,
4. bei Kollisionen wird auf seltenere Sprachen ausgewichen,
5. ähnliche Wörter, die nicht auseinander abgeleitet sind, müssen deutlich verschiedene Bedeutungen haben,
6. pro Wort gibt es vorerst nur eine möglichst genau festgelegte Bedeutung,
7. hat ein Wort in einer bisherigen Sprache mehrere Bedeutungen, so wird eine Rangfolge der Bedeutungen festgelegt, welche bestimmt, welche Bedeutung zum Zuge kommt, wenn die Wahl auf dieses Wort fällt,
8. die Reihenfolge der Bestimmung ist: Substantiv, Adjektiv, Adverb, Verb, Restliche, d. h. ausgehend vom Substantiv werden die restlichen Wortarten bestimmt, indem für jede Wortart die zugehörige Bedeutung angegeben wird,
9. Diakritika, Suprasegmentalia, Tonhöhen, Betonung und Intonation werden nicht erfasst und führen zu keinem Bedeutungsunterschied (Prinzip der Dialektfreiheit),
10. die Standardbetonung liegt auf jeder zweiten Silbe gemessen vom Wortende aus.

Der Wortschatz der Plansprache Lango wird demokratisch festgelegt: Zuerst werden alle Wörter der vorhandenen in Frage kommenden Sprachen in einer Datenbank erfasst. Um sich auf die wichtigsten Sprachen konzentrieren zu können, wird die Sprache mit den meisten Wortstämmen bestimmt. Dann wird die Gesamtbevölkerungsanzahl durch die Anzahl der Wortstämme der wortstammreichsten Sprache geteilt.

So erhält on die Mindestanzahl an Sprechonen, die eine Sprache haben muss, um berücksichtigt zu werden. Bei noch genauerem Vorgehen werden auch alle denkbaren Fremdwortstämme in der wortstammreichsten Sprache berücksichtigt. Alternativ kann on die Gesamtbevölkerungsanzahl durch die Gesamtanzahl aller Bedeutungen teilen.

Nachdem on die zu berücksichtigenden Sprachen ermittelt hat, wird ein multilinguales Wörterbuch als Datenbank erstellt, in dem die Übersetzungen und Bedeutungen aller Wörter stehen. Dann werden die ermittelten Bedeutungen Bereichen des täglichen Lebens so zugeordnet, dass in jedem Bereich so viele Bedeutungen zu stehen kommen, wie die Bevölkerungszahl geteilt durch die kleinste zu berücksichtigende Sprechonenzahl angibt.

Dann wird für jede Sprache die relative Häufigkeit des Vorkommens im gesamten Wortschatz der Sprache pro (mutmaßlicher) Bedeutung bestimmt. Um einen einheitlichen, aber sprachindividuellen Standardtext zu haben, wird als Grundlage und erstes Standbein das umfangreichste elektronische Lexikon herangezogen. Fehlende Einträge werden übersetzt, so dass jede Sprache gleichumfänglich vertreten ist.

Als zweites Standbein werden Texte berücksichtigt, die eine besondere Bedeutung in einer Sprache haben. Diese Texte werden durch eine demokratische Wahl der Sprechonen gewichtet. Hierzu wird eine Liste erstellt, aus der jedon Sprechon maximal ein Zehntel auswählen darf. Wählt zie weniger aus, bekommt zihre Auswahl ein proportional höheres Gewicht.

Als drittes Standbein geht die Umgangssprache ein. Hierbei werden über einen repräsentativen Zeitraum Zeitungen, Zeitschriften, Fernseh- und Radiosendungen mit der Wichtung ihrer Nutzung in der Bevölkerung der Sprechonen einer Sprache ermittelt. Jedes Standbein wird gleichstark berücksichtigt. Wortstämme, die unübersetzbar sind, werden durch den gängigsten Fremdwortstamm ersetzt oder durch Abstimmung ermittelt.

Der Name der Plansprache wird durch den Wortstamm für Sprache ersetzt, der den Zuschlag erhält. Die Grammatik wird durch eine Arbeitsgruppe bestimmt, in der die Mitglieder nach ihrer Sprachenstärke vertreten sind. Es wäre schön, wenn meine vorgeschlagene Grammatik berücksichtigt würde. Das gilt auch für meine Buchstaben aus dem Font Fonto. Die Grammatik hat immer Vorrang vor dem Wortschatz: Alle Bedeutungen werden grammatikgerecht aufbereitet.

Nun kann die Bildung des Wortschatzes beginnen. Per Zufallsgenerator wird ein Bereich bestimmt. Per Zufallsgenerator wird eine Bedeutung ausgewählt. Es wird zuerst die Bedeutung mit der höchsten Ähnlichkeitsanzahl ausgewählt. Diese ergibt sich aus der Anzahl der Sprachen bzw. Sprechonenzahl, die auf die zugehörigen Wortstämme entfallen, wenn on nur auf seine Ähnlichkeit unter den Sprachen sieht. Bei Gleichheit entscheidet der Zufallsgenerator.

Es wird zu dem Wortanteil bei der Ähnlichkeitsanzahlbestimmung die relative Häufigkeit des Vorkommens in den beteiligten Sprachen ermittelt, nachdem alle Komposita, die auf dem Wortanteil beruhen, mitgezählt wurden und alle Flexionsformen nach der Grammatik. Die Häufigkeit wird in Punkte umgerechnet und mit der Wortzahl multipliziert. Der erhaltene Punktwert wird bei allen beteiligten Sprachen eingetragen.

Jetzt wird die Sprache mit den meisten Sprechonen unter den Sprachen ohne Punkte ausgewählt und die Bedeutung mit der höchsten Ähnlichkeitsanzahl gesucht. Bei Gleichheit entscheidet der Zufallsgenerator. Berechnung wie oben. Die Punkte werden eingetragen und die nächstwichtige unberücksichtigte Sprache wird bearbeitet. Das Verfahren wird so lange fortgesetzt, bis jede Sprache nach ihrer Häufigkeit angemessen berücksichtigt wurde.

Es wird laufend auf die proportionale Berücksichtigung der Sprachen geachtet: Wo die größten Defizite sind, wird fortgesetzt (Differenz der tatsächlichen mit den zustehenden Prozentzahlen). Ist ein Bereich erschöpft, wird per Zufallszahlengenerator der nächste bestimmt. Die überschüssigen Prozentpunkte aus dem vorher bearbeiteten Bereich werden übertragen.

Sprachen, deren Sprechonenzahl nicht ausreicht, um prozentual in den Sprachgruppen berücksichtigt zu werden, werden trotzdem beteiligt: Sie dürfen Wörter als Fremdwörter vorschlagen, die es nur in ihrer Sprache gibt und Eigennamen, die zu ihrer Sprache gehören und sie ausmachen. Die Vorschläge werden jedoch grammatisch angepasst.

Eigennamen wie Flüsse, Berge, Orte, Bauten usw. werden stets in der Sprache bezeichnet, die die meisten Sprechonen der Gegend sprechen, in der sich das Objekt befindet. Bei Anwesenheit mehrerer Sprachen wird wie bei dem Hauptverfahren vorgegangen (prozentuale Berücksichtigung). Personennamen werden so geschrieben, wie don Inhabon oder zihron gesetzliche Stellvertreton es vorsehen. Die Gesetze der Staaten mögen anderes vorsehen: dann gilt das Gesetz.

Jedon Sprechon entscheidet, unter welchen Sprachen zie gezählt werden will (bzw. don gesetzliche Vertreton). Hierzu können umfassendere Wahlen abgehalten werden: Zu wählen sind alle existierenden Sprachen, in absteigender Reihenfolge nach ihrer Sprechonenzahl aufgeführt.

Pro Sprache kann on maximal fünf Kreuze machen. Zusätzlich kann on ein einzelnes Kreuz bei allen Sprachen machen (angeboten als einzelne Option). Die Kreuze werden in Prozente umgerechnet. Jedon Wählon hat eine Stimme, was 100 % entspricht. Dann gibt es noch den prozentualen Anteil an der Gesamtwählerschaft, die jeden Menschen umfasst.

Wahlhelfonen beraten die Analphabetonen. Ungültige Stimmzettel werden nicht mitgezählt. Wer der Wahl fernbleibt, wird ebenfalls nicht mitgezählt. Das Wahlverfahren wird denjenigen gerecht, die mehr als eine Sprache sprechen oder Sprachen begünstigen wollen, die sie nicht sprechen.

Kommt es bei der Festlegung des Wortschatzes zu Konflikten, weil ein Wort schon einmal vergeben wurde, so wird innerhalb der beiden Wörter nach Alternativen gesucht: erst beim neuen, dann beim alten Wort. Sollte der seltene Fall eintreten, dass es mehr Bedeutungen als zugehörige Wörter bzw. Wortstämme gibt, sind entweder Kunstworte zu bilden oder Bedeutungen vorhandenen Wörtern bzw. Wortstämmen zuzuordnen (Homonyme). Im letzteren Fall erhält die häufigste Verwendung den Zuschlag.

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