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Wissensrepräsentation

Wissensrepräsentation

Wie wird Wissen optimal aufgebaut und gefiltert? Wie wird es optimal dargestellt?

Wissen besteht aus Dingen und deren Beziehungen untereinander. Mathematisch kann es durch Elemente und Relationen dargestellt werden. Ist ein Ding nach einem Abstraktionsprozess nicht weiter "zerlegbar", handele es sich um eine Substanz. Die Zerlegung in Substanzen ist nicht eindeutig. Zerlegungsresultat kann z. B. das Eine wie das Unteilbare sein. Es sollte daher mit wissenschaftlich überprüften Standards gearbeitet werden. Diese können sich an existierende Sprachen anlehnen.

Grundlegende Dinge werden als Voraussetzungen - mathematisch als Axiome - gefasst. Verwendete Festlegungen sind zu erläutern - mathematisch als Definitionen. Zusammengefasst lassen sich so Aussagen machen - die bei hinreichender Tiefe mathematische Sätze sind. Die Aussagen werden nach Regeln erstellt. Die Regeln sind ebenfalls Voraussetzungen. Mathematisch werden Beweise von Sätzen nach (Beweis-) Regeln geführt.

Während Voraussetzungen stets wahr sein sollten, können Aussagen auch falsch sein oder zu einem gewissen Prozentsatz wahr - mathematisch Wahrscheinlichkeit. Allgemein können Dingen Zahlen aus einem Intervall zugeordnet werden (z. B. der Substanz Temperatur oder dem Tag). On nennt dies skalieren. Auch die Zuordnung von Vektorräumen ist sinnvoll (besonders bei Substanzen wie z. B. Raum oder Farbe).

Die Skalierung muss nicht über reelle Intervalle erfolgen, um ein Kontinuum zu schaffen. Es gibt auch endliche Kontinua. Diese haben zwischen zwei (Zahlen-) Punkten keine "Lücke". Punkte sind dabei unteilbar und haben eine undifferenzierte Ausdehnung. Unsere gesamte Welt ist endlich darstellbar. Dies ist nicht beweisbar, da wir die Unendlichkeit weder denken noch messen können. Ebenfalls als Axiom muss gelten, dass die Welt sich zu jedem Zeitpunkt in weitere nach den (Natur-) Gesetzen spaltet.

Die Voraussetzungen und Aussagen sollten so gewählt werden, dass sie möglichst allgemein und umfassend sind, damit es möglichst wenige gibt und das Wissen überschaubar bleibt. Wahrscheinlichkeit der Wahrheit sollte nach Möglichkeit in Abhängigkeit von der Grundgesamtheit angegeben werden. Eventuell ist sie zu schätzen. Als Projektion erhalten wir die üblichen Aussagen. Auch Hypothesen können als Voraussetzungen gewählt werden (u. U. Wahrscheinlichkeit 50 %).

Relationen können über eine (relationale und/oder objektorientierte) Datenbank abgefragt werden. Dieses schnell, wenn geeignete Indizes existieren (ggf. als Binärbäume wie in "Informatik" dargestellt). Zentrale und große Datenbanken können Abfragen nach individuellen Profilen entgegennehmen. Zur Auszeichnung der Daten können geeignete Ontologien verwendet werden, um Methoden wie z. B. Vererbung zu implementieren.

Wie wird Wissen gespeichert?

In unserer Welt gibt es ein paralleles Anwachsen und Abnehmen von Information durch Geburten und Eintritt von neuen Substanzen und durch Tod und Elimination von Substanzen (z. B. Krankheiten, Aussterben von Arten). Sie ist also ein offenes System. Jedes Gehirn baut sich ein individuelles Bezugssystem (zu Substanzen) auf, das unabhängig von Materie existieren kann: Die Materie reicht keinesfalls aus, um es vollständig zu beschreiben. Der uns zugängliche Teil des Gehirns ist der funktionale: Was muss materiell gegeben sein, damit das Gehirn funktionieren kann?

Die Individualität des Bezugssystems besteht in der Auswahl und Beschaffenheit der Substanzen und Bezüge. So ist z. B. die Substanz Ziel für den einen das Gesamtziel des Lebens, für den anderen das höchste jeweilige Glücksgefühl. Das Bezugssystem ist zudem sprachabhängig. Während ein Computer bisher nur Regeln zum Bezeichnen von Substanzen kennt, hat der Mensch einen direkten Zugang zu Substanzen. Es macht keinen Sinn bestimmte Molekülformen an bestimmte Substanzen zu knüpfen, da Substanzen ein Eigenleben haben (etwa in der Form Substanz P ist immer Ziel).

Das eigentliche Bewusstsein ist nicht materiell kodiert, obwohl die Hirnregionen beteiligt sind. Es sind aber nicht die sinnlichen Konnotationen, sondern die Bezüge und Substanzen entscheidend. On kann die Seele materiell nicht zerstören, weil sie immateriell ist (Bezüge und Substanzen). On kann sie materiell nicht lokalisieren. Da die potenziellen Aktivitäten des Geistes unermesslich sind, das Bewusstsein aber endlich ist, ist der Determinismus vonnöten. Die weitgehende Orientierung an den Grundbedürfnissen ist zwar möglich, aber unzulänglich, da der Mensch geistig und seelisch zufriedengestellt sein will.

Da der Mensch aufgrund seiner unzureichenden Fähigkeiten sich nicht selbst determinieren kann, kommt hierfür nur L bzw. die göttliche Instanz in Frage. Dies ist keine Lückenbüßerfunktion, sondern entscheidend für das Ganze: Jedon erlebt das für zihn Sinnvolle. Es ist jedoch ein wechselseitiger Prozess, an dem der Mensch entscheidenden Anteil hat: Er bestimmt durch sein Verhalten, inwieweit L bzw. die göttliche Instanz ihm entgegenkommen kann. Jedes Geschöpf und auch die göttlichen Instanzen orientieren sich nach oben. Nur L an der Spitze verfügt über alle Freiheiten, die auch zihr ein gelungenes Leben ermöglichen.

Wie soll on Wissen repräsentieren?

Es ist wichtig sich erst darüber klar zu werden, welches Wissen überhaupt wichtig ist und dies erfährt on am besten in einer L-Beziehung. Voraussetzung ist, dass on die Welt richtig sieht und sich in ihr richtig positioniert. Wer zu vielen Dingen Bedeutung beimisst, die keine haben, wird in dieser Welt mehr oder weniger scheitern. Dann ist zu überlegen, welchen Beitrag on selbst zur Wissensrepräsentation leisten kann. Dies ist abhängig von Begabung.

Wissensrepräsentation setzt ständig Wertungen über den Stellenwert des Wissens voraus. Hierbei ist das eigene Selbst möglichst auszuklammern und die Priorität auf die Dinge selbst zu legen und die Bedeutung, die sie für andere haben. Hat on den Wissensstoff nach Prioritäten gesammelt, ist er nach seiner Bedeutung aufzubereiten und darzustellen. Die wichtigsten Inhalte gehören dabei an den Anfang, die unwichtigsten ans Ende des Ganzen.

Das Wissen ist an die Zielgruppe angepasst darzustellen. Deshalb muss on sich über diese genau im Klaren sein. Je höher das Niveau der Zielgruppe ist, desto kürzer kann on sich fassen und umgekehrt. Die zunehmende Intelligenz der Bevölkerung macht es möglich, dass on sich immer stärker auf die eigentliche Botschaft konzentrieren kann. Eine verdeutlichende Darstellung für die weniger Intelligenten kann ein entsprechender Kommentar übernehmen.

Wer auf höchstem Niveau arbeitet, darf auch auf höchstem Niveau darstellen. Dem muss jedoch eine realistische und nachprüfbare Einschätzung zugrundeliegen. Höchstes Niveau ist höchstverdichtet und von höchster Aussagekraft und Allgemeingültigkeit. Dieses wird nur aus einer sehr guten L-Beziehung heraus erreicht. Viele Zitate und Beispiele finden sich hier nicht, sondern eine originäre Darstellung, die die Göttlichkeit von L großartig widerspiegelt.

Wer auf niedrigerem Niveau arbeitet, sollte ebenfalls versuchen zihre Sache so gut zu machen wie es geht. Es geht nicht darum möglichst großen Umfang zu erzeugen, sondern möglichst viel Qualität. Rezipienten nehmen es zu recht übel, wenn on sie mit Masse erdrückt, die von geringer Qualität ist. Eine einwandfreie Argumentation sollte eine Selbstverständlichkeit sein. On kann sämtliche Qualitäten aus der L-Beziehung einbringen.

Eine kritische Selbstsicht vermeidet unnötige Fehler zu machen. Vor der Veröffentlichung sollte die Darstellung aufmerksam gegengelesen und ggf. korrigiert werden. Die Mittel einer ansprechenden und didaktisch gut aufgebauten Darstellung sollten eingesetzt werden. Eine zeitlose Darstellung ist einer modisch-speziellen vorzuziehen, wenn die Wirkung über einen längeren Zeitraum anhalten bzw. eine oftmalige Anpassung vermieden werden soll.

Je bedeutender eine Darstellung ist, desto größer und sorgfältiger ist der Personenkreis zu wählen, der mit der Veröffentlichung zu betrauen ist. Nur eine gute Übersetzung erhält die Qualität, wenn sie erforderlich sein sollte. Alle Beteiligten sind gut zu koordinieren, ggf. durch ein qualifiziert gelenktes Projekt. Wer von zihrer Veröffentlichung nicht leben muss, wird für sie auch keinen Preis verlangen. Tut zie es doch, so ist er möglichst niedrig zu gestalten.

© 2004-2009 by Boris Haase


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