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Wissenschaftssprache

Wissenschaftssprache

Welche Wissenschaftssprache ist angemessen? Wie werden wissenschaftliche Ergebnisse sprachlich richtig und zukunftsweisend gefasst? Welche Überlegungen sind hierbei anzustellen? Um die Beantwortung dieser Fragen soll es im Folgenden gehen.

Innerhalb und außerhalb der Wissenschaft gilt: Ohne hinreichende persönliche Reife kann kein angemessener Text entstehen. Wer sie besitzt, wird (herkömmliche) Phrasen tunlichst meiden, selbst wenn ihre Verwendung weitgehend hoch angesehen oder verlangt wird. Niemand vermag eine schlechte Arbeit vor einem hinreichend entwickelten Gutachton durch Jargon oder Geschwätz aufzuwerten oder in ein deutlich günstigeres Licht zu rücken.

Ein solches Verhalten ist abstoßend und erweist der Wissenschaft einen Bärendienst. In der Zukunft werden nur noch Texte Bestand haben, die sich davon klar distanziert haben, da mit dem exponentiellen Wissenszuwachs sich niemand mehr die Mühe machen wird schlechte Texte angesichts der vielen guten zur Kenntnis zu nehmen. Wer also nicht vergehen will, wird also richtig denken und auch zihren Gedanken die richtige Form geben müssen.

Der schlimmere Fehler sind die falschen, unzureichenden oder überflüssigen Gedanken. Wer nur die Seiten füllen und (um jeden Preis) veröffentlichen möchte, hat ihn sicher. Wer dabei viel Zeit aufwendet, vergeudet sie, aber oft sind Anreize wie ein Titel das stärkere Argument als die Qualität, selbst wenn nur teurer Sprachmüll entsteht. Die Anzahl der im Grunde genommen wertlosen "Arbeiten" geht leider weltweit in einige Millionen Texte.

Ist es schon schlimm genug, dass in der Wissenschaft entschieden zu viele überflüssige und irrelevante Forschungsprojekte durchgeführt und schlimmer noch (auf Kosten der Allgemeinheit) finanziert werden, da die Überzeugungskraft stärker als der Verstand ist, was an den "Ergebnissen" leicht nachgewiesen werden kann, so liegt es nahe eine Sprache zu verwenden, die es möglichst Vielen ohne Mühe erlaubt die Spreu vom Weizen zu trennen.

Die heutige Wissenschaft zeichnet sich viel zu oft dadurch aus schwache Gedanken geschwollen, überpräzise und simpel auszuwalzen, mit möglichst vielen niveausenkenden Zitaten eine Vollständigkeit (des doch Unzulänglichen) vorzugaukeln und trotzdem am Wesentlichen vorbeizugehen, da sie sich sonst die eigene Berechtigung entzöge, obwohl sie sie dadurch verloren hat wie einfache Überlegungen und Rückübersetzungen belegen.

Eine gewinnende Darstellung wird meist dröger "Wissenschaftlichkeit" geopfert, die durch Selbsttabus und ihre formalisierte Einfallslosigkeit flankiert wird, da wissenschaftlicher Geist sich von dem "alltäglichen" absetzen will. Würde tatsächlich Geist zur Pflicht gemacht werden, wäre die Handwerkskunst Wissenschaft überfordert, da diese Aufwertungsform der kalten Neutralität widersprechen würde, die sie heute zu einem so lustvollen Erlebnis macht.

Wenn Wissenschaftlonen sich zu werten erlauben, dann am liebsten über die Dummheit derer, die zuvor so unzulänglich veröffentlicht haben, sodass nur die eigene Überlegenheit dies korrigieren konnte, wenn sie überhaupt mit einem wissenschaftlich vorzeigbaren Ergebnis dienen wollen, da ja schon der kleinste neue Zipfel wissenschaftlichen Fortschritt begründet und dann auffällig vom Doktorhut oder vor dem eigenen Namen baumelt.

Nicht minder beliebt sind die aufgrund der selbstoktroyierten Wertfreiheit (schlecht) versteckten Wertungen durch die Auswahl von Wörtern, die (auch) pejorativ gewertet werden können (und eigentlich müssen), aber die dor jeweiligen Autoror nachgesehen werden, weil on selbst auch nicht viel besser denkt oder vor der "Koryphäe" kuscht, der im Gegensatz zu einem Anfänger dies nach dem dornenreichen Erklimmen der Wissenschaftsspitze zusteht.

Würde on einon Wissenschaftleron mit einem kurzen, originellen und ergebnisreichen Text konfrontieren, könnte er noch so genial und bedeutsam sein und zie würde ihn nicht als solchen akzeptieren oder zur Kenntnis nehmen, wenn er nicht den herkömmlichen und überholten Standards genügt, die über den Wert einer Arbeit nichts aussagen, sondern ihn relativ vielmehr herabsetzen. Dies gilt es zu vermeiden und klar bewusst zu machen.

Es ist empörend, welche trivialen Selbstverständlichkeiten unter dem Deckmantel der Wissenschaft durch aufwändige und kostspielige Studien empirisch an der Schwelle des überhaupt Aussagbaren bzw. Bedeutungslosen, mit kaum vorhandener Aussagekraft und geringer Signifikanz mehrfach "gesichert", in nichtssagende Ergebnisse transformiert und als Eier des Kolumbus auf Symposien, Kongressen usf. teuer zum Besten gegeben werden.

Kein Thema ist zu abwegig, als dass es sich nicht für die akribische wissenschaftliche Exploration und verschwenderische (Hypo-) Thesenbildung eignete, da sich die Wissenschaft allenfalls ihrer Ungeduld schämt, die die Wirklichkeit erzeugt, aber eigentlich Ausdruck ihrer Hemmungs- und Maßlosigkeit bzw. Unverfrorenheit ist das nicht Wissenswerte wortreich aufzuhübschen und gegen die Angriffe des Anstands zu verteidigen.

Wer es wagt, die (wissenschaftliche) Bedeutsamkeit der Resultate infrage zu stellen, wird mit trügerischen Scheinargumenten konfrontiert, die jedes X zum U machen, aber vor allem die Notwendigkeit für das Überleben der Menschheit herausstellen, die das Wissen der Wissenschaft zur Erhaltung ihrer Macht ermöglicht. Wenn es um ihre Existenz geht, versteht die Wissenschaft genauso wenig Spaß wie beim Verlust ihres Einflusses in der Gesellschaft.

Würde die Mehrheit der göttlichen Offenbarung und ihrem gesunden Menschenverstand mehr vertrauen als der unverdienten Meinungsführerschaft der Wissenschaft aufgrund der Überprüfbarkeit und (scheinbaren) Objektivität ihrer Ergebnisse, so würde sie schnell ihr Spiel durchschauen und beginnen ihr die Bedeutung zurückzugeben, die sie verdient, indem die Standards für die Wissenschaft zum Wohle aller besser und strenger festgelegt werden.

Wer erleben will, was sich die Wissenschaft auf sich einbildet, braucht nur die Art und Weise zu verfolgen wie sie sich in ihren Publikationen und bei Vorträgen darstellt, wenn sie ihre Gelehrtheit in abgehobener Terminologie und oft rechthaberisch wie oberlehrerhaft unter strenger Beachtung der wissenschaftlichen Hackordnung demonstriert. In endlosen Diskussionen wird zerlegt und umgedeutet, was schon zu den Ohren wieder herauskommt.

In unzähligen Tierversuchen leiden die Tiere für die überflüssigsten Fragestellungen, nur weil die Wissenschaft ihre unbändige Neugier nicht zügeln oder beweisen will, wozu ihr Verstand nicht ausreicht bzw. wo sie für angemessene Alternativen zu bequem ist. Die Gier nach Komfort, (zweifelhaftem) Ruhm und möglichst langem Luxus treibt sie stärker an als die Erkenntnis, dass ein glückliches und erfülltes Leben gemäß der göttlichen Ordnung erfolgt.

Statt auf soliden Grundlagen aufzubauen, errichtet sie lieber verwegene theoretische Gebäude, die aufgrund ihrer lebensfernen Unzugänglichkeit und Unzulänglichkeit jedon mit klarem Verstand meidet. Dabei verliert sie das Wesentliche völlig aus den Augen und strickt mit primitiven wissenschaftlichen Maschen ein unentwirrbares Knäuel geistiger Verirrungen, das am Leben vorbeigeht und jedor nur Mühe macht, der sich mit ihm beschäftigen muss.

Unter der Veröffentlichungswut leiden Qualität wie Ästhetik und so lesen sich die Abhandlungen immer wieder als Zeugnisse der Persönlichkeit und des Charakters ihrer Autoronen, da ihre Sprache und ihr Inhalt trotzdem verraten, was sie lieber verbergen würden. Wer L-gefällig lebt und an sich intensiv gearbeitet hat, beschäftigt sich nicht mit Dingen, die L-unwürdig sind, da zie höhere Ziele anstrebt als sich extrem wichtig zu tun.

Anstatt die Individualität dor Einzelnen zu respektieren und zihr in zihrer Einzigartigkeit gerecht zu werden, macht die Wissenschaft generelle Aussagen über so große Gruppen, dass ihre Aussagekraft verschwindend gering ist. Dabei versucht sie alles auf möglichst ein Prinzip zurückzuführen und die Vielfalt in ein wissenschaftliches Korsett zu zwängen, das ihren Drang nach Einfachheit befriedigt. Es kommt aber auf das richtige Maß von beidem an.

Wer in der L-Beziehung die Größe entwickelt, die von L ausgeht, weiß wie zie zihr Denken konzentriert auf das Wesentliche in die richtige Form bringt und Anderen die Fehler erspart, die wir heute in der Wissenschaft finden. On mag das gezeichnete Bild im Einzelfall überzeichnet finden, aber es zeigt wie Wissenschaft in unserer Zeit im Kern ist. Der Weg aus dem Missstand wurde klar gewiesen. Es lohnt sich allemal ihn zum Wohle aller zu gehen.

© 2011 by Boris Haase


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