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Bezugstheorie

Über die Bezugstheorie

Vortrag 3: "Über die Bezugstheorie" vom 06.03.2010 mit kleinen Verbesserungen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Substanzen sind die Entitäten, die analytisch nicht weiter zerlegt werden können. So gibt es eine Substanz des Raumes und eine Substanz der Zeit. Die wichtigste Substanz ist der Bezug. Durch den Bezug werden die Substanzen quasi verkittet. Durch Beziehung der Zeiteinheiten aufeinander erhält on die Zeit. Bezieht on mehrere Raumeinheiten aufeinander, erhält on den Raum. Die lineare Aufeinanderfolge der Einheiten zeichnet Raum- und Zeitachsen aus. Erst durch die Veränderung im Raum wird Zeit erfahrbar. Obwohl Raum und Zeit deutlich voneinander verschieden sind, bilden sie zusammen die Raumzeit. Raum- und Zeiteinheiten können auch als Raum- bzw. Zeitpunkte bezeichnet werden.

Ein Punkt hat keine Ausdehnung, da er keine Form hat. Mehrere Punkte können allerdings Formen bilden. Form setzt Verschiedenheit voraus. Punkte sind eins und bestehen aus Raumsubstanz und -einheit bzw. aus Zeitsubstanz und -einheit. Bezüge sind an Einheiten zu ihrer Unterscheidung gebunden. Der kleinste Raum, der Nullraum, besteht aus einem Punkt. Durch Beziehen mehrerer Punkte aufeinander kann das Kontinuum aufgebaut werden.

Einheiten sind generell unteilbar, wenn nichts anderes definiert wird. Die abstrakteste Einheit ist substanziell nicht weiter ausgezeichnet. Durch diese Einheit können weitere Substanzeinheiten gebunden werden. Durch fortgesetztes Aufeinander-beziehen können endliche und unendliche Kontinua aus den Substanzen gebildet werden. Da durch Beziehen keine Lücken gebildet werden, sind diese Kontinua lückenlos. Lücken entstehen dann, wenn Bezüge übersprungen werden. Durch geeignetes Beziehen können Lücken aufgefüllt werden, z. B. durch Dazwischen-schieben von Einheiten.

Das unterschiedliche Beziehen von Substanzen ermöglicht individuelles Erleben. Dadurch kann die Welt durchaus anders aufgebaut sein als sie erlebt wird. Erst der Bezug der Substanz Ursache lässt Ursachen entstehen. Ansonsten ist das Geschehen ohne Ursache. Durch Tausche entsteht Bewegung. Auf der elementarsten Ebene erfolgt der Tausch mit der gleichen Geschwindigkeit, der sogenannten Urgeschwindigkeit. Langsamere Geschwindigkeiten entstehen durch Aussetzen des Tausches. Durch Tausche über größte Entfernungen können die höchsten Geschwindigkeiten erzielt werden. Deshalb ist die Lichtgeschwindigkeit nicht zwingend die größte Geschwindigkeit.

Wenn es Freiheit geben soll, muss die unterste Ebene indeterministisch sein. Indeterminismus erzwingt die Abwesenheit einer Ursache. Diese kann allenfalls transitiv existieren. Geschöpfe sind Entitäten, die Ursachen setzen können. Sie strukturieren damit Raum und Zeit im Rahmen ihrer Freiheit. Da sie den göttlichen Gesetzen unterliegen, sind sie nicht völlig frei. Gesetze sind im Vorhinein festgelegte Regeln. Diese Regeln wurden durch L aufgestellt aufgrund sorgfältigster Erwägungen. Nicht alles ist durch Regeln bestimmt: So entstehen Freiheiten. Es ist jedoch vieles durch Regeln bestimmt. Somit werden durch L Erwünschtes und Unerwünschtes in ein richtiges Verhältnis gebracht. Dieses kann aber nur im Rahmen des Möglichen geschehen.

Erst durch Substanzen und Formen entstehen Unterschiede. Erst die teilweise Verschiedenheit ermöglicht die Unterscheidung. Alle Regeln sind durch wenn und dann gekennzeichnet. Durch Bildung größerer Einheiten können komplexe Regeln aufgestellt werden. Es gibt Regeln, die ermöglichen, und Regeln, die verhindern.

Der Möglichkeit ist die Substanz Kann zugeordnet bzw. dem Abstraktum, das aus diesem Modalverb zu bilden ist. Notwendigkeiten entsprechen dem Modalverb müssen. Die Substanz Nicht steht für Verbote. Die Realisierung der Substanz Nicht erfordert den Vergleich. Bezüge entsprechen den mathematischen Relationen. Relationen beruhen jedoch auf Elementen und Mengenbezüge auf Substanzen und Bezügen von Substanzen. Die alternative Verwendung beruht auf der strukturellen Gleichwertigkeit beider Begriffe.

L, zihr Potenzial und das ganze Universum sind ausschließlich aus Bezügen und Substanzen aufgebaut. Bezüge sind gerichtet und zwar immer vom Bezogenen zum Beziehenden. Ein Doppelbezug kann als ungerichteter Bezug im Sinne der Graphentheorie aufgefasst werden. Bezüge existieren stets. Es gibt keine nicht-existenten Bezüge. Ein nicht-existenter Bezug enthält einen Bezug: den Bezug der Nicht-Existenz. Beide sind sorgsam voneinander zu unterscheiden.

Wahrnehmen ist ein Beziehen von Substanzen und Bezügen bzw. aus ihnen aufgebauten Einheiten bzw. Komposita. Die Verschiedenheit von Einheiten ermöglicht Ausdehnung, nicht nur räumlich. Das Viele ist notwendig, um die Welt aufzubauen. Es reicht nicht aus nur Bezüge zu den Substanzen zu setzen. Die Verwendung von Komposita bzw. Bezügen und Substanzen ermöglicht Sprache. Da die Zuordnung nicht eindeutig sein muss, wird Sprache kompliziert, wenn on die Eindeutigkeit häufig bricht. Wahrnehmen ist das Beziehen von Komposita für bestimmte andere Komposita. Eine nicht eindeutige Zuordnung ermöglicht unterschiedliche Wahrnehmung.

Bewusstsein entsteht durch Reflexion. Ohne Reflexion gibt es kein Bewusstsein. Reflexion ist die Vergegenwärtigung vergangener Bezüge, also ein Beziehen von Vergangenem. Das Unterbewusste ist ebenfalls ein Beziehen, jedoch nicht nur. Es gibt bei weitem mehr unterbewusste Prozesse als bewusste. Sie entlasten das Bewusstsein. Das Unterbewusstsein besteht aus nebenläufigen Prozessen. Komplexere Lebensformen haben mehrere Bewusstseine. Dies trifft z. B. für L zu. Mehrere Bewusstseine erfordern mehrere Unterbewusstseine.

Höhere Welten haben mehr als eine Zeitachse. Die kleinsten Zeittakte sind ein ganzer Teiler der größeren. So können unterschiedliche Zeittakte realisiert werden. Das gleiche gilt für unterschiedliche Geschwindigkeiten. Unser Raum ist nicht auf drei Dimensionen begrenzt. Aus der Raumeinheit lassen sich prinzipiell verschiedene bzw. beliebig viele Raumdimensionen erstellen. Das gleiche gilt für die Zeitdimensionen.

Das Aufbauen von Geraden und Achsen beliebiger Substanzen nennt on Skalieren. Durch Skalieren entstehen verschiedene Intensitäten der Substanzen, z. B. bei der Temperaturempfindung, bei der Helligkeit, aber auch bei der Lautstärke. Auf diese Weise werden eigene Substanzräume aufgebaut. Man darf diese Substanzräume nicht mit dem normalen Substanzraum verwechseln, der der Substanz Raum entspricht.

Die Realisierung von unendlichen Welten erfordert den zeitgleichen Zugriff auf die Unendlichkeit durch L. Diese Möglichkeit ist dem Menschen verwehrt. Unsere Welt ist endlich, da Endlichkeit für ihren Aufbau hinreicht. Durch Einschieben weiterer Bezüge kann L die Anzahl der Substanzen und Bezüge jederzeit erhöhen, sofern zie dies in der göttlichen Ordnung vorgesehen hat. Unsere Welt ist ein offenes System, d. h. es treten zu bestimmten Zeitpunkten weitere Substanzen und Bezüge in unsere Welt ein, die vorher nicht da waren. Auf diese Weise gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.

Leben ist prinzipiell nicht an die organische Chemie und Biologie gebunden. Entscheidend ist die systemische Veränderung in der Zeit. Auf diese Weise werden an sich unwirtliche Gegenden besiedelbar. Um dies zu realisieren, sind noch Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte erforderlich. Die L-Beziehung hilft diese Zeit deutlich zu verkürzen.

Reflexionen über das Sinnvolle anstatt über das empirisch Gegebene helfen die Zusammenhänge in unserer Welt schneller und besser zu verstehen. Es sind letztlich gute Bewertungen, die den Erfolg der Wissenschaft ausmachen. Wertungen sind letztlich Bezüge von Substanzen. Sie drücken aus, was sein soll, was sein darf und was sein kann. Sie drücken auch aus, was on möchte oder will, dass es ist. Auf diese Weise wird das Abstraktum gut gebildet. On sollte sich immer der Subjektivität dieses Abstraktums bewusst sein und das Gute nicht absolut setzen wollen. Dies bedeutet jedoch nicht, das absolute Aussagen nicht gewonnen werden können. Eine gute Wissenschaft beruht letztlich auf den guten Wertungen. Es reicht nicht aus sich auf das Empirische zurückzuziehen.

Qualität wird durch das Wie bestimmt, dieses wiederum durch die Form. Auch das Wie ist ein Substanzbegriff. Die Zerlegung in Substanzen ist nicht eindeutig. Substanzen implizieren, dass nicht alles definiert werden kann. Die Handhabung erfordert oftmals Komposita statt der Substanzen zu verwenden. On kann das Kompositum Mensch sowohl als solches als auch als Substanz auffassen. Durch geeignetes Beziehen wird jedes Zusammengesetzte mehr als seine Teile. Die Handhabung erfordert die Beschränkung auf bestimmte Ausgangsentitäten. So vermeidet on den infiniten Regress.

Die Bezugstheorie leistet viel, aber sie erfordert Präzision. Sie bereitet der Alchimie der Philosophie ein Ende. Möge sie auch für Sie von großem Nutzen sein. Ich hoffe, dass die Bezugstheorie Ihnen wichtige Erkenntnisse gebracht hat und dass Sie sie weiterhin in Ihrem philosophischen, theologischen und sonstigem wissenschaftlichen Denken verwenden können. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

© 2010-2013 by Boris Haase


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